Lanzarote 2014 – Teil 1 – Verlaufsfilter –

Ewig war es her, dass ich das letzte mal in Urlaub gewesen bin. Da ich dieses Jahr ungewöhnlich viel Stress hatte, kam aber sehr schnell die Sehnsucht auf, zu verreisen und einfach mal nur das zu machen, worauf man Lust hatte. Schnell war die Entscheidung gefasst, Lanzarote als Reiseziel zu wählen: Hier kann man entweder faul am Strand liegen oder die bizarre Kulisse der Insel erkunden.

Zwei Wochen später saß ich zusammen mit meinem Bruder am Düsseldorfer Flughafen in einer Boing 737 und wartete auf den Abflug- Das deutsche Wetter machte auch vor den Flugzeugen keinen Halt, die Maschine musste erst mal enteist werden. Doch über den Wolken erwarteten uns die ersten Sonnenstrahlen des Sonnenaufgangs und tauchten die Wolken in ein leuchtendes Goldgelb.

Landschaftsaufnahmen

Natürlich befand sich die Fotoausrüstung im Handgepäck und die darauf folgenden Tage haben wir auch viel experimentiert. Besonders haben wir uns vorher Gedanken gemacht, wie wir möglichst einfach gute Landschaftsaufnahmen einfangen können. Die wohl am häufigsten bei Einsteigern und Hobbyfotografen auftretende Problematik, die vermutlich heute jeder kennt, ist die, das entweder der Himmel zu hell, oder die Landschaft zu dunkel wird. Um diesen heftigen Kontrast zwischen Himmel und Landschaft einzufangen gibt es verschiedene Methoden:

  1. Man wartet einen Zeitpunkt ab, an dem der Kontrast nicht ganz so krass ist, z.b. Abends vor Sonnenuntergang und fotografiert von der Sonne weg,
  2. Man versucht ein HDR (High Dynamik Range) Bild zu erstellen, das aus verschiedenen Belichtungen besteht, die schließlich zum fertigen Bild zusammen gelegt werden,
  3. Den Einsatz eines Filters, um den Himmel schon VOR dem Objektiv der Kamera abzudunkeln.

Besonders die letzte Variante hatte ich bisher noch nicht getestet. Eine Woche vor Abflug bestellten wir uns also auf Amazon ein Set voller Filter: ND- Filter (neutral density = Graufilter) und auch Verlaufsfilter. Ich will nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber ein ND Filter nimmt Kontraste aus dem Bild und dunkelt das gesamte Bild ab, während ein Verlaufsfilter aus einem Verlauf von dunklem zu normal durchsichtigem Glas besteht: Also genau das richtige, um einen zu hellen Himmel abzudunkeln und die Landschaft darunter unberührt zu lassen. Damit wir diese nun auch auf allen 4 Objektiven benutzen konnten, haben wir ein Set ausgewählt, bei dem die Filter reine Glasplatten sind und mit einem Filterhalter mit Adapterringen auf alle Objektive passten. In dem Halter konnte man sogar bis zu 3 Filter hintereinander schieben, um den Effekt zu verstärken und die Filter auch frei von der Höhe her bewegen.

Timanfaya National Park Experiment
Timanfaya National Park Experiment

Dieses Bild zeigt einen Mitarbeiter des Timanfaya National Parks – mitten in einer Vulkanlandschaft. Die Temperaturen hier liegen unter der Erde noch so hoch, dass in 4-5m ganze 300-400°C herrschen. Wer hier einen Eimer Wasser in ein Rohr kippt, das in den Boden geht, wird von einem Knall überrascht, bei dem das Wasser schlagartig verdampft und pro Liter Wasser ca. 10 Liter Wasserdampf ausgestoßen werden.

Wie man auf dem Bild sieht, hat man ein sehr starkes Gegenlicht durch direkte Sonne: Der Himmel ist komplett weiß ausgebrannt: Typisch ohne Filter vor der Kamera. Selbst der Vollformat-Sensor ist damit überfordert. Bei einem HDR Foto könnte man nun ein zweites Bild einfügen, bei dem der Himmel nicht ausgebrannt ist, und dieses dadrüber legen- was allerdings schwer in einer solcher Situation ist, in der es so viel Action gibt und der Wasserdampf kaum vom restlichen Himmel zu trennen ist.

Strand
Landschaftsaufnahme am Meer mit Verlaufsfilter

Nutzt man allerdings 1-2 Verlaufsfilter, kann man auch Action einfangen und gleichzeitig den Himmel im Bild behalten, wie ich hier an einem Bild zeigen möchte, bei dem ich die Welle praktisch „eingefroren“ habe. Dieses Bild enstand mit meiner alten 40D mit Weitwinkel und Verlaufsfiltern am Strand nahe dem Hotelzentrum Playa Blanca. Grade bei Ebbe konnte man hier von Strand zu Strand wandern und beobachten, wie die Lava der Vulkane bis ins Meer geflossen ist. Zwischen diesen Gesteinsformationen befinden sich übrigens aufgeschüttete, weiße Sandstrände, in der Nähe von Vulkanen auch schwarze Strände, was für die Vielseitigkeit der Insel spricht.

Bilder die mit Verlaufsfiltern aufgenommen werden, besitzen auch oftmals eine besondere Dramatik in den Wolken.

Weitere Bilder vom Strand mit Verlaufsfilter
Weitere Bilder vom Strand mit Verlaufsfilter
Weitere Bilder vom Strand mit Verlaufsfilter
Weitere Bilder vom Strand mit Verlaufsfilter

Besonders funktioniert dies auch bei Sonnenauf- und Untergängen. Wo viele vergeblich versuchen mit Handy oder Digitalkamera die Schönheit eines Sonneruntergangs einzufangen und an den starken Kontrasten scheitern, hat man mit dem Einsatz von Verlaufsfiltern sehr wenige Probleme:

Sonnenuntergang von der Terasse meines Hotelzimmers
Sonnenuntergang von der Terasse meines Hotelzimmers

So konnte ich auch den letzten Sonnenuntergang von der Terasse meines Hotelzimmers ohne Probleme einfangen.

Quick-Tipp:

Wer mit seinem Handy gerne Bilder machen möchte, bei dem der Kontrastumfang größer ist, der kann es einmal ausprobieren mit der Kamera des Handy durch seine Sonnenbrille zu fotografieren: Diese wirkt auch wie ein ND-Filter und verringert den Kontrast des Bildes, so dass es einfacher wird, alles einzufangen 🙂 Auch wenn dies nicht perfekt funktioniert, muss ich für mich sagen, dass die Landschafts-Bilder damit besser gelungen sind.

Nach diesem eher technischen Teil beschreibe ich im zweiten Teil einen Gesamtüberblick über die weiteren Eindrücke des Urlaubs 🙂

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